Ev. Kirchengemeinde Spremberg mit dem AMOS-Preis ausgezeichnet

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Für Zivilcourage ausgezeichnet

Die Ev. Kirchengemeinde in Spremberg (Brandenburg) hat den diesjährigen Amos-Preis der OFFENEN KIRCHE Württemberg erhalten. Stephanie Nerlich und Bianca Brode, die sich für die Kirchengemeinde in einem lokalen Demokratie-Bündnis engagieren, nahmen am heutigen Sonntag den mit 3.000 Euro dotierten Preis für Zivilcourage entgegen. Bei der Festveranstaltung in der Stuttgarter Erlöserkirche wurde die evangelische Kirchengemeinde für ihren Einsatz für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander ausgezeichnet. Dieses Engagement sei, so die Vorsitzende der Offenen Kirche Miriam Bauer vorbildhaft auch für Kirchengemeinden in Württemberg. Sie begründete die Wahl der Kirchengemeinde als Preisträgerin auch damit, da die Kirchengemeinde sich Anfeindungen und Widerständen zur Wehr setze, so Bauer. Im vergangenen Jahr wurde am Rande einer Gedenk-Veranstaltung der Kirchengemeinde an ein lesbisches Paar im KZ-Ravensbrück das Kirchengebäude mit einem Brandsatz angegriffen.

In einem Grußwort brachte Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl seinen Respekt und Dank für die „außergewöhnliche Zivilcourage, das Eintreten für Toleranz, Vielfalt und Demokratie“ zum Ausdruck. Gohl betonte, welchen Stellenwert der Einsatz für Demokratie insbesondere im ländlichen Raum habe. Dabei unterstrich Gohl den kirchlichen Abgrenzungskurs von der AfD: „Rechtsextremismus widerspricht dem christlichen Glauben diametral. Die AfD ist nicht mehr rechtspopulistisch, sondern rechtsextrem. Deshalb ist sie für Christinnen und Christen nicht wählbar!“

In einer Grußbotschaft des Landesbischofs der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz Dr. Christian Stäblein wurde die Kirchengemeine in Spremberg als einen „Anlaufpunkt für junge Menschen“ und als „Ansprechpartnerin für so viele, ob nun Mitglied in der Kirche oder nicht“ charakterisiert. Von Spremberg gehe „Aufbruch, Hoffnung und Zuversicht“ aus, denn die Kirchengemeinde biete „Schutzräume“ und stehe „offensiv zur Vielfalt unseres Lebens.“

Der Vizepräsident des Landtages Baden-Württemberg, Daniel Born, nahm in seiner Laudatio die Kirchengemeinde als Vorbild für den dringend notwendigen Einsatz für die Demokratie: „Unsere Demokratie braucht dauerhaft Wachsamkeit, sie muss ständig und immer wieder neu mit Leben gefüllt werden – von Demokratinnen und Demokraten“, so Born. Die Kirchengemeinde trage dazu bei, dass „unsere Demokratie, unsere freie und offene Gesellschaft eben nicht als Trophäe in einer Vitrine verstaubt, sondern dass sie mit Leben gefüllt werden.“ Auch wenn manche gegenwärtige Entwicklung Sorge bereiten würde, gebe „es keinen Grund zu Verzagtheit“, so Born: „Das Engagement der Ev. Gemeinde Spremberg zeugt von Kraft, von Liebe und von Besonnenheit und das darf uns allen heute mutiges Beispiel und Ansporn sein.“

Der Amos-Preis der Offenen Kirche wird alle zwei Jahre vergeben. Vergangene Preisträgerinnen und Preisträger waren u.a. die Publizistin Karoline Preissler, der Rüstungskritiker Jürgen Grässlin sowie Pfarrer und Friedensaktivist Rainer Schmid.

Mit dem Amos-Preis werden von der Offenen Kirche Personen ausgezeichnet, die in besonders „eindrücklicher, prophetischer Weise die freimachende und Gerechtigkeit fordernde Botschaft der Bibel weitergeben“, wie die Offene Kirche mitteilte.

AMOS-Preis 2024 geht nach Spremberg

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Foto: Annett Igel

Evangelische Kirchengemeinde Spremberg erhält den Amos-Preis 2024

Die Kirchengemeinde setzt sich in Brandenburg gegen Widerstände für eine offene Gesellschaft ein und erhält dafür den Amos-Preis 2024 der Offenen Kirche. Die Laudatio am 25. Februar hält Daniel Born, Vizepräsident des Landtages Baden-Württemberg.

Alle zwei Jahre verleiht die „OFFENE KIRCHE – Evangelische Vereinigung in Württemberg“ den von einer Stiftung und Spenden getragenen AMOS-Preis für Zivilcourage. Der Stiftungsrat des AMOS-Preises hat nun entschieden, dass der AMOS-Preis 2024 an die Evangelische Kirchengemeinde Spremberg im südlichen Brandenburg vergeben wird.

Matthias Hestermann, Vorsitzender des Stiftungsrates, erklärte die Wahl der Jury: „Die Evangelische Kirchengemeinde Spremberg setzt sich auf vorbildliche Weise für gesellschaftliche Vielfalt, ein solidarisches Miteinander mit Migrantinnen und Migranten sowie gegen jede Form von Rassismus ein und beweist damit viel Mut. Gerade in einer Situation, in der fremdenfeindliche und nationalistische Tendenzen in der Gesellschaft wieder erstarken, ist die Auswahl der Kirchengemeinde ein wichtiges Zeichen.“

 

Zur Evangelischen Kirchengemeinde Spremberg

Die Evangelische Kirchengemeinde Spremberg engagiert sich seit Jahren in einer Umgebung, in der fremdenfeindliche und homophobe Haltungen in der Bevölkerung starken Rückhalt haben, und obwohl dieses Engagement auch innerhalb der Gemeinde von manchen kritisch gesehen wird und von außen sogar massive Anfeindung geschieht. Im Sommer dieses Jahres wurde ein Brandanschlag auf die St. Michael-Kirche in Spremberg verübt, an deren Turm eine Regenbogenfahne aufgehängt war als Zeichen der Solidarität der Kirchengemeinde mit dem Christopher-Street-Day. Für ihren Mut und zugleich die Kreativität und Fröhlichkeit, mit der die Botschaft des biblischen Propheten Amos gelebt wird, ehrt die OFFENE KIRCHE stellvertretend für die Kirchengemeinde Stephanie Nerlich und Bianca Brode. Beide wirken in der Kirchengemeinde in vielfältiger Weise mit, etwa in der örtlichen rassismuskritischen Initiative „#unteilbar“ oder in der „AG Spurensuche“, die die Verlegung von „Stolpersteinen“ in Spremberg erreicht hat.

 

Preisverleihung am 25. Februar 2024

Die Feier zur Verleihung des AMOS-Preises 2024 findet am Sonntag „Reminiscere“, den 25. Februar 2024, um 12 Uhr statt, allerdings nicht, wie ursprünglich verbreitet, in der Leonhardskirche, sondern in der Erlöserkirche in Stuttgart, Birkenwaldstraße 24, 70191 Stuttgart. Für die Laudatio wurde der Vize-Präsident des Landtages Baden-Württemberg, Daniel Born, SPD, gewonnen. Auch Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl wird ein Grußwort sprechen. Die Schirmherrin des AMOS-Preises, Bundesjustizministerin a.D. Dr. Herta Däubler-Gmelin, wird ebenfalls anwesend sein und das Wort ergreifen.

 

Vortrag in Sindelfingen am Vorabend

Schon am Vorabend wird in der Martinskirche Sindelfingen ein Vortrags- und Gesprächsabend mit Stefanie Nerlich und Bianca Broda stattfinden unter der Überschrift:
"Kirche: Mutig und kreativ - Wie sich eine Kirchengemeinde in Brandenburg gesellschaftlich engagiert".
Stephanie Nerlich und Bianca Broda geben einen Einblick in die kirchliche Arbeit vor Ort, wo sich die Kirchengemeinde trotz Widerständen und An­fein­dun­gen gegen fremden­feindliche und homo­phobe Haltungen und für eine offene Gesellschaft einsetzt.
Termin: Samstag, 24. Februar 2024, 19 Uhr,
Ort: Martinskirche Sindelfingen, Stiftsstraße 1.
In Kooperation mit OFFENE KIRCHE, Evang. Erwach­se­nen­bil­dung Böblingen und der Evang. Martinsgemeinde in Sin­del­fin­gen.