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Votum der OFFENEN KIRCHE zu "Strategische Planung" [27.11.2017]

Gesprächskreisvotum der OFFENEN KIRCHE bei der Herbstsynode Württemberg 2017 zum Thema "Strategische Planung" von Jutta Henrich.

Geehrter Herr Direktor Werner, Herr Landesbischof July, Frau Präsidentin, Hohe Synode,
haben Sie herzlichen Dank für den Bericht zur Strategischen Planung! Es ist ein Bericht mit viel Neuem und Überraschendem!

Einige allgemeine Bemerkungen:
Es ist grundsätzlich zu begrüßen, wenn "Komplexitäten verringert werden", wenn Schwerpunkte abgearbeitet werden anstelle möglicherweise kurzatmiger Jahresziele.
Kontinuität bei der Schwerpunktsetzung, Dialog- und Abstimmungskultur mit der Landessynode, Controlling wo möglich – dies alles klingt verheißungsvoll.

Dass die strategischen Ziele und die aktuelle Schwerpunktsetzung auch immer im Blick der Fachausschüsse sein sollen, ist wichtig und muss verstärkt werden!

Ausdrücklich begrüßen möchte ich den Punkt: Rezeption in den Kirchengemeinden und Kirchenbezirken. Sie sprechen damit der Offenen Kirche aus der Seele:  Kirchenleitung muss aufnehmen, was an der Basis entsteht, Projekte und Pläne der Kirchenleitung müssen an die kirchliche Basis vermittelt werden. Ergebnisse der Visitationen sind hierbei wichtig, aber eben auch die vielfältigen Kontakte und das Hin- und Her-Vermitteln und Erklären von uns "Kirchenparlamentariern" in den Gemeinden und Bezirken.

Zu den Schwerpunkten im Einzelnen:

Zu Beginn zwei Auffälligkeiten, zwei Leerstellen:

Es fällt auf, dass der Schwerpunkt vom letzten Jahr: zukunftsfähige Strukturen für die Landeskirche zumindest als selbstständiger Punkt nicht mehr auftaucht. Was wird aus Vorschlägen für größere Strukturveränderungen, die ja u.a. von der OFFENEN KIRCHE eingebracht wurden und an dieser Stelle im letzten Jahr benannt wurden – Neuordnung von Kirchenkreisen, Umstrukturierung von Finanzen, Bildung von Gemeindeverbünden…? Diese Punkte sind zwar im Einzelnen umstritten, als Thema aber doch von zukunftsweisender Bedeutung. Vielleicht können Sie dies nachher aufklären?
Was ich auch vermisse, sind Aussagen zu den "Klimazielen" unserer Kirche. Dies ist ein Thema, das wir uns nicht auswählen können, wie wir eben erst in Bonn eindringlich erfahren haben, es ist eine Pflichtaufgabe und wir haben hier sicher noch nicht alles erreicht!

Nun zu den angeführten Schwerpunktsetzungen aus Sicht der OFFENEN KIRCHE:

  1. In der Wertediskussion Präsenz zeigen: Das nun vergangene Reformationsjubiläum bot zahlreiche Gelegenheiten, sich als Kirche auf allen Ebenen in öffentliche Diskurse einzubringen.


    Auf allen Ebenen gab es dabei neue Begegnungen, Erfahrungen, gestärkte Kontakte. Diese müssen gepflegt und ausgebaut werden. Der Dialog in unserer Gesellschaft über Starke und Schwache, über Bildung und Grundlagen des öffentlichen und politischen Diskurses wird nicht einfacher werden. Es liegt auch an uns, ob der Beitrag der Kirche als relevant empfunden wird.

    Die Flüchtlingsfrage wird sich nicht erledigen, auch wenn wir noch so sehr darauf pochen, dass wir uns nicht überfordern dürfen. Wir müssen damit klar kommen, kluge Lösungen finden und dabei noch unsere Demokratie verteidigen.

  2. Kirche stärkt Familien:

    Wir stellen fest, dass Familien bunter geworden sind: Da ist Mann und Frau mit Kindern wie uns Familie vertraut ist, da ist aber auch das lesbische Paar mit einen adoptierten Kind oder der zum drittem Mal verheiratete Vater, der mit zwei Kindern aus seiner 2. Ehe und einem Kind seiner Frau nun endlich sein Glück gefunden hat. Da sind kinderlose Paare und Singles… Alle sind Kinder Gottes und wir als Kirche sind gerufen, uns allen zuzuwenden. Und wir selbst sind Teil dieses bunten Gottesvolkes!
    Kirchliche Arbeit in Kindergärten, Kita-Arbeit, schöne einladende Gottesdienstformate für Familien, Tauffeste, Mentorenmodell im Konfirmandenunterricht etc. – all dies sind wichtige Beiträge!
    Auch der klassische Kindergottesdienst mit seinen zeitgemäßen Ausformungen bleibt wichtig – ein tolles Haus mit toller Arbeit, wie das Haus der Kinderkirche in Beilstein, gilt es dabei zu erhalten!

  3. Digitalisierung gestalten: Herr Werner, der Gesprächskreis OFFENE KIRCHE stimmt Ihnen zu, Digitalisierung ist mehr als Technik, Smartphones oder Apps. Fragen der Ethik und auch die Frage der Arbeitsplätze müssen uns als Kirche beschäftigen.

    Die Kommunikation und Verbesserung kirchlicher Leistungen im digitalen Bereich so zu verbessern, dass sie anderswo gewohnte Standards erreichen, ist ein wichtiges Ziel!

    Wir müssen Konzepte entwickeln, Bezirke und Gemeinden bei ihrem digitalen Wandel zu unterstützen: Es ist unbefriedigend, wenn der Beschluss eines Dekanats, Unterlagen für den Kirchenbezirksausschuss KBA oder die Bezirkssynode als mail-Anhang zu schicken, an der Basis nur zu einem heftigen Streit führt, wer denn jetzt die Unterlagen ausdruckt (!!).
    W-Lan in Gemeindehäusern??

  4. Das Personalwesen im OKR überprüfen, weiterentwickeln

    Dieses Vorhaben unterstützen wir sehr!
    Kirche als attraktive Arbeitgeberin, "attraktiver und vielfältiger als die Kommunen", dies könnte mancherorts nachhaltiger wirken als viele Predigten! Bezieht sich übrigens auch auf kirchliche Arbeitsplätze in Diakonie und Pflege und in den Gemeinden!
    (Als Angestellte im Öffentlichen Dienst, die ihre berufliche Laufbahn vor gefühlt hundert Jahren im OKR begonnen hat, tut es mir echt leid, dass ich mich wohl nicht mehr bewerben können werde!)

    Unsere gute finanzielle Situation ermöglicht es, hier wirklich innovativ tätig zu werden! Die Synode ist gespannt und kann von einem modernen, hoch motiviert arbeitenden OKR nur profitieren!

  5. Zukunftsfähiges Kommunikationskonzept für die Landeskirche

    Dieses Kapitel bedarf in besonderem Maße noch der Diskussion in den Gesprächskreisen und in den Fachausschüssen, ist doch ein gutes Kommunikationskonzept gerade heute ein äußerst wichtiger Faktor in einer großen Organisation, und das sind wir!
    Ihr Bericht, lieber Herr Landesbischof, zeigt, dass die Sache in Arbeit ist.
    Die OFFENE KIRCHE stellt hier eine Frage, die nicht zum ersten Mal auftaucht: Kann der Sprecher der Landeskirche wirklich allen Leitungsorganen in gleicher Weise gerecht werden? Dem Bischof, dem Oberkirchenrat und der Landesynode mit ihren Gesprächskreisen, deren Wichtigkeit an anderer Stelle immer betont wird?
    Die Offene Kirche freut sich über den spürbar frischen Wind im OKR und wünscht sich, dass dies zur Großwetterlage wird!

Ich danke Ihnen!       Jutta Henrich
 

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