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Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken [23.06.2013]

Pressetext der OFFENEN KIRCHE zur Veröffentlichung der Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland – EKD

Die OFFENE KIRCHE begrüßt die gerade veröffentlichte Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Stärkung der Familie "Zwischen Autonomie und Angewiesenheit".  
Erstmals werden in der EKD unterschiedliche Lebensformen und Familienmodelle beschrieben und differenziert theologisch reflektiert, ohne den häufig ausgrenzenden Focus auf das Leitbild der Ehe als "göttliche Stiftung". Schon die Bibel beschreibt "im Alten und Neuen Testament das familiale Zusammenleben in einer großen Vielfalt". Familie ist "wo Menschen auf Dauer und im Zusammenhang der Generationen Verantwortung füreinander übernehmen". Die Orientierungshilfe wirft einen unverstellten Blick auf gegenwärtige Familien- und Partnerschaftsformen und deren gesellschaftlicher Bedingungen bzw. Herausforderungen. Dabei wird die Vielfalt der Lebensformen in einer großen Breite wahrgenommen und respektvoll mit Bezügen auf ihre kulturelle Entstehungsgeschichte dargestellt.  
Die EKD-Schrift zeigt, dass zur Stärkung von Familie "heute alle Formen, Familie und Partnerschaft zu leben, berücksichtigt werden" müssen. Die Ehe wird dabei nicht entwertet, sondern in einen neuen, weiteren Zusammenhang gelebter verlässlicher, verbindlicher und verantwortlicher Lebens-, Partnerschafts- und Familienformen gestellt. Die Orientierungshilfe wirbt dabei auch für die Segnung eingetragener Lebenspartnerschaften. In der Evang. Landeskirche Württemberg ist dies bisher leider kirchenrechtlich noch immer nicht möglich.  
Erfreulich aus Sicht der OFFENEN KIRCHE ist die Aufforderung der EKD-Schrift, die "Zunahme bikultureller Familien mit unterschiedlichen religiösen Herkunftstraditionen" stärker in den Blick zu nehmen und daraus Konsequenzen zu ziehen. So müssten etwa "Kasualien, wie der Segen anlässlich einer Eheschließung oder die Bestattung" so gestaltet werden, "dass Menschen unterschiedlichen Glaubens daran teilnehmen können".  
Aus Sicht der OFFENEN KIRCHE ist es längst die Zeit, dass sich Kirche der Herausforderung stellt, "Familie neu zu denken und die neue Vielfalt von privaten Lebensformen unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterstützen." Breite und Vielfalt sind dabei nicht der Nährboden für Orientierungslosigkeit.  

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