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AMOS-Preis Ausschreibung 2019

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AMOS-Preis 2005:


Halina Bortnowska, Warschau, und „Café Strich-Punkt“, Stuttgart


Der Amospreis 2005 der OFFENEN KIRCHE, Evangelische Vereinigung in Württemberg, ging an die Warschauer Journalistin und Menschenrechtlerin Halina Bortnowska in Polen und an das „Café Strich-Punkt“ in Stuttgart. Dies entschied die Jury unter dem Vorsitz von Pfarrerin Kathinka Kaden am 20.11.2004 in Stuttgart. Der Amospreis wird damit auch beim dritten Mal geteilt verliehen. 33 Personen und Gruppen hatten sich um diesen „Preis für Zivilcourage in der Kirche - und über die Kirchen hinausgehend“ beworben. Ausgezeichnet wurde die Warschauer Journalistin und Menschenrechtlerin Halina Bortnowska, weil sie jahrzehntelang für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in Polen kämpfte. Dies trug ihr im Kriegsrecht die Internierung durch die kommunistischen Machthaber ein. Sie handelte in der Erkenntnis, dass der Streit für die Wahrung der Menschenrechte auch in demokratischen Gesellschaften geführt werden muss. Sie nahm auch mutig Stellung zu den Gefahren von Rassismus und Antisemitismus und hat immer als Christin Position bezogen.

Frau Bortnowska ist persönliches Mitglied des polnischen Helsinki-Komitees und war Pressesprecherin des ersten demokratisch gewählten Premierministers T. Mazowiezki.
Sie ist die Gründerin der polnischen Sektion der katholischen Friedensbewegung Pax Christi. Sechzig Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges würdigt die OFFENE KIRCHE zugleich Halina Bortnowskas herausragendes Wirken für die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen.

Zweiter Preisträger ist das „Café Strich-Punkt“ in Stuttgart, das Hilfe bietet für Jungen und junge Männer, die ihren Lebensunterhalt durch Prostitution verdienen. Aufgrund ihrer persönlichen, von Verachtung und Diskriminierung geprägten Situation fallen sie durch das soziale Netz. „Café Strich-Punkt“ bietet einen geschützten Raum, begleitet und berät die häufig drogenabhängigen Jungen und jungen Männer mit dem Ziel, einen Ausstieg aus dem Milieu und eine Integration in die Arbeitswelt und Gesellschaft zu ermöglichen.

„Café Strich-Punkt“ ist ein Projekt des Vereins zur Förderung von Jugendlichen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten e.V. - aus der Alt-Katholischen Gemeinde Stuttgart entstanden - in Kooperation mit der Aids-Hilfe Stuttgart e.V.

Der AMOS-Preis wurde verliehen am Sonntag, 20. Februar 2005, 12 Uhr, in der Erlöserkirche, Stuttgart. Der Preis ist insgesamt mit 5000 Euro dotiert, die ausschließlich aus Spenden aufgebracht werden. Schirmherr des AMOS-Preises ist der ehemalige Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages und Mitglied der EKD-Synode, Bundesminister a.D. Dr. Erhard Eppler.

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AMOS-Preis 2003:


Diakonische Basisgemeinschaft "Brot & Rosen" (Hamburg-Bramfeld) und Workshop "Feministische Theologie Laichingen"


Der AMOS-PREIS der OFFENEN KIRCHE, Evangelische Vereinigung in Württemberg, wurde erneut geteilt vergeben. Dies entschied die Jury unter dem Vorsitz von Pfarrerin Kathinka Kaden am Samstag, 23. November 2002 in Stuttgart. 28 Personen und Gruppen aus der ganzen Bundesrepublik hatten sich um diesen Preis "für Zivilcourage in der Kirche - und über die Kirche hinausgehend" beworben.

Ausgezeichnet wurde die Diakonische Basisgemeinschaft "Brot & Rosen" aus Hamburg-Bramfeld, die dort 1998 das "Haus der Gastfreundschaft" gegründet und bisher ca. 80 Menschen bis zur Klärung ihrer Situation aufgenommen hat. Die derzeit fünf Mitglieder (und drei Kinder) der Basisgemeinschaft, die nach urchristlichen Grundsätzen in einer Einkommensgemeinschaft einen einfachen Lebensstil pflegen, beschreiben ihre Ziele so:

"Im direkten Dienst an unseren Nächsten wollen wir mit Menschen arbeiten, die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Wir wollen dabei auf Gebieten arbeiten, in denen der Sozialstaat Menschen Grundbedürfnisse vorenthält und Menschenrechte verletzt. Obdachlose brauchen nicht nur die geringe staatliche Sozialhilfe, sondern oft die Aufnahme in ein Zuhause. Flüchtlinge werden nach der praktischen Abschaffung des Asylrechts in unserem Land zunehmend deportiert oder in die Illegalität gedrängt und dadurch aller Rechte beraubt. ChristInnen müssen sie zunehmend aufnehmen, versorgen und schützen."

Zweiter Preisträger ist der Workshop "Feministische Theologie Laichingen", der dort auf der Schwäbischen Alb im Jahr 2003 bereits das 4. Symposium "Feministische Theologie" veranstalten wird. Die Frauen des Workshops beschreiben ihre Ziele so:

"Wir wollen provozieren mit unserem Namen: Hier in der Region des tief verwurzelten Pietismus bedeutet feministische Theologie nicht zur Amtskirche gehörend. Wir propagieren weibliches selbstständiges Denken, setzen es um, indem wir biblische Texte gegen den Strich bürsten ... Durch unsere Suche nach Frauengeschichte in der patriarchalen Kirchengeschichte und Gesellschaft zeigen wir deutlich unseren Anspruch auf, dass wir Zivilcourage leben trotz persönlicher Anfeindung (bis hin zu Problemen mit dem Arbeitsplatz bei der Kirchengemeinde)."

Der AMOS-Preis wurde verliehen am Sonntag Reminiscere, 16. März 2003, in der Evang. Erlöserkirche in Stuttgart. Der Preis ist mit 5.000 EURO dotiert, die aus Spenden aufgebracht werden. Schirmherr des Preises ist der ehemalige Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages und Mitglied der EKD-Synode, Bundesminister a.D. Dr. Erhard Eppler. Preisträgerinnen des 1. AMOS-Preises waren die burgenländische Superintendentin Gertraud Knoll sowie Pfarrerin Beatrix Spreng und ihre Gemeinde aus Joachimsthal in Brandenburg.

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AMOS-Preis 2001:


Gertraud Knoll und Beatrix Spreng

Jury würdigte Eintreten gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit

Die OFFENE KIRCHE verlieh am 24.7.2001 zum ersten Mal den mit insgesamt 5.000,-- EUR dotierten AMOS-Preis für Zivilcourage in der Kirche. Mit dem AMOS-Preis wird prophetisch wirkendes Handeln und Reden gewürdigt, das in der Tradition des Propheten AMOS gegen Unrecht und Ignoranz auftritt und beispielhaft dem politischen Anspruch des Evangeliums gerecht wird.

Die Jury - bestehend aus Cornelia Füllkrug-Weitzel, Helmut Herberg, Kathinka Kaden (Vorsitzende), Helga Solinger, Dr. Reiner Strunk, Jörg Vins - entschied sich aus 26 Bewerbungen für die österreichische Superintendentin Getraud Knoll sowie für die brandenburgische Pfarrerin Beatrix Spreng und die Evangelische Kirchengemeinde Joachimsthal.

Getraud Knoll - so begründete die Jury ihre Wahl - habe sich mutig gegen rechtsextremistische politische Entwicklungen in Österreich eingesetzt. Sie hätte dafür Anfeindungen und Drohungen gegen sich und ihre Familie inkauf nehmen müssen.

Beatrix Spreng und ihre Gemeinde in Joachimsthal hätten eine beispielhafte erfolgreiche Projektarbeit entwickelt, um Fremdenfeindlichkeit und nationalsozialistischem Gedankengut durch „entspannende Zuwendung“ zu rechten Jugendlichen zu begegnen.

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