Unterstützen Sie die OFFENE KIRCHE und werden Sie Mitglied!

Newsletter-Abo bestellen oder abbestellen

AMOS-Preis-Verleihung 2019

zur aktuellsten Ausgabe der OK-Zeitung

 

 

Archiv für 2005

Hier finden Sie Pressemitteilungen und die Ausgaben der OK-Zeitschrift aus dem Jahr 2005.

Pressemitteilung vom 22. 11. 2005

Zum synodalen Verkaufsbeschluss

In einer gemeinsamen Erklärung nehmen die beiden Vorsitzenden der OFFENEN KIRCHE (OK), Pfarrerin Kathinka Kaden und Rainer Weitzel, zum heute in der Landesssynode gefassten Verkaufsbeschluss von kirchlichen Gebäuden Stellung:

Hektischer und symbolischer Verkaufsaktionismus statt zukunftsfähigem Gesamtkonzept

Seit Mitte der 90er Jahre spart die Evangelische Landeskirche in Württemberg. Viele Verbesserungen und Effizienzsteigerungen sind erreicht, Zusammenlegungen und Reduktionen erfolgt. Auf der jetzigen Synode ging  es erstmals und kurzfristig um einen weitreichenden Verkaufsbeschluss von drei Bildungseinrichtungen, dem Studienzentrum Birkach, der Fortbildungsstätte Denkendorf und das Schlatterhaus in Tübingen. An allen drei Orten wird differenzierte und qualifizierte kirchliche Bildungsarbeit geleistet, die weit in und über die Landeskirche hinaus – auch gegen fundamentalistische Missverständnisse der Bibel – wirkt.

Der Oberkirchenrat hat diesen Vorschlag innerhalb eines Gesamtpaketes eingebracht, mit dem zugleich eine Absenkung im Bereich der Kosten für Pfarrerinnen und Pfarrer, für Kirchenbeamte und kirchliche Angestellte verbunden war.

Auf diesen Vorschlag konnten sich die Synodalen nicht in angemessenem Maße vorbereiten. Dementsprechend hat die Mehrheit der Synodalen der OFFENEN KIRCHE gegen den sofortigen Verkauf kirchlicher Bildungseinrichtungen gestimmt und dafür plädiert, einem hektischen Verkaufsaktionismus die Erstellung eines zukunftsfähiges Gesamtkonzept vorzuziehen und erst in drei bis sieben Monaten endgültig zu entscheiden.

Die konservative Mehrheit der Landessynode dagegen hat nun den vorschnellen Verkauf kirchlicher Bildungseinrichtungen zu verantworten. Ohne dringende Not und damit ohne ausreichende sachliche Begründung haben sie sich zu einem kurzfristigen psychologischen Befreiungsschlag entschlossen, dessen materielle und immaterielle Folgekosten nicht zu übersehen sind.

Die OK bedauert, dass die konservative Mehrheit der Landessynode damit in einer atemlosen Weise ökonomischem Druck ohne entsprechende Sachzwänge nachgegeben hat. Sie befürchtet jetzt einen Abbruch in der Qualität der übergemeindlichen kirchlichen Bildungsarbeit, die für die Gemeinden aber lebenswichtig ist, um über den eigenen Kirchturm hinausschauen zu können. Mit dem Verkaufsbeschluss dieser überregionalen Einrichtungen hat die konservative Mehrheit der Synode den volkskirchlich geprägten Gemeinden der Landeskirche einen Bärendienst erwiesen.

Die OK wird sich weiter gegen einen solchen  symbolischen Verkaufsaktionismus, wenden und für eine qualifizierte, fundierte Arbeit der Synode mit Augenmaß und Mut kämpfen. Voraussetzung dafür sind vollständige Daten und Informationen, die ohne Zeitdruck bedacht werden können. Die OFFENE KIRCHE hält nach wie vor eine Vision und ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für eine unabdingbare Voraussetzung vernünftiger Entscheidungen.

Pfarrerin Kathinka Kaden, Tel.: d. 07164-79208; Rainer Weitzel, Tel.: 0711-428369
 

Pressemitteilung vom 17. 11. 2005

Gegen hektischen und symbolischen Verkaufsaktionismus

In einer gemeinsamen Erklärung nehmen die Vorsitzende der OFFENEN KIRCHE (OK), Pfarrerin Kathinka Kaden, und der Sprecher der OK in der Synode, Martin Dolde, zu den derzeit in der Diskussion stehenden Verkaufsüberlegungen zu kirchlichen Gebäuden Stellung:

Die Landessynode soll nach dem Willen des Oberkirchenrats in der kommenden Woche über die Zukunft von drei Bildungseinrichtungen entscheiden. Der Oberkirchenrat hat vorgeschlagen, das Studienzentrum Birkach, die Fortbildungsstätte Denkendorf und das Schlatterhaus in Tübingen zu verkaufen und die Arbeit an anderen Orten weiterzuführen. Diese Vorschläge werden vor allem damit begründet, dass die Kirchensteuereinnahmen aufgrund der demographischen Entwicklung zurückgehen werden und sich finanziell ein ständiger Sinkflug abzeichnet. Dieser Einschätzung der Entwicklung stimmt die OFFENE KIRCHE prinzipiell zu, sie will aber, dass dieser Sinkflug konstruktiv und nachhaltig gestaltet wird.

Dieser Prozess darf nicht durch Hektik und Atemlosigkeit geprägt sein, sondern erfordert Mut und Augenmaß. Symbolischer Verkaufsaktionismus ergibt aber noch kein Zukunftskonzept. Ein solches brauchen wir aber gerade bei den Bildungseinrichtungen der Kirche. Die landeskirchliche Bildungsarbeit muss zukunftsfähig werden.

Die OFFENE KIRCHE kämpft für eine qualifizierte, fundierte Arbeit der Synode. Voraussetzung dafür sind vollständige Daten und Informationen, die ohne Zeitdruck bedacht werden können. Die OFFENE KIRCHE hält auch eine Vision und ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für eine unabdingbare Voraussetzung vernünftiger Entscheidungen.

Weil zu vieles offen und ungeklärt ist, setzt sich die OFFENE KIRCHE nachdrücklich dafür ein, dass die anstehenden Entscheidungen nicht jetzt, sondern in der Sommersynode 2006 auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Pfarrerin Kathinka Kaden, Tel.: d. 071764-79208; Martin Dolde, Tel.: 0711-428369
 

Heft 4/2005 (PDF-Datei)

Wider den schnellen Verkauf von Bildungseinrichtungen
Wollen wir die Landeskirche den Evangelikalen überlassen?
Ein tiefgreifender Wandel ist geboten
Friedensweg nach Ausschwitz
Islam: Den Menschen ins Gesicht sehen
Theologische Meilensteine: Dietrich Bonhoeffer
Sonderpfarramt für Gefängnisseelsorge
Vordenker und Wurzeln der OK, Literaturhinweise dazu:
Hermann Ehmer – Hansjörg Kammerer, Biographisches Handbuch der Württ. Landessynode.
Hansjörg Kammerer, Amtsenthoben – Maßnahmen gegen württembergische Pfarrer unter dem Regiment Deutscher Christen im Herbst 1934.
Martin Widmann, Die Geschichte der Kirchlich-theologischen Sozietät in Württemberg, in: Karl-Adolf Bauer (Hg.), Predigtamt ohne Pfarramt? Die „Illegalen“ im Kirchenkampf.
Diethard Buchstädt, Die Sozietät und die Kirchlichen Bruderschaften, in: Das evangelische Württemberg zwischen Weltkrieg und Wiederaufbau, hg. von Rainer Lächele und Jörg Thierfelder, S. 113-132.
Die beiden erstgenannten Bücher sind erhältlich beim Verein für württ. Kirchengeschichte, Balinger Str. 33/1, 70567 Stuttgart, Tel. 0711/2149-212 (siehe auch Internet).
 

Pressemitteilung vom 22. 9. 2005

OFFENE KIRCHE unterstützt CDU-Minister Renner

Die Offene Kirche begrüßt ausdrücklich, dass CDU-Sozialminister Andreas Renner die Schirmherrschaft des diesjährigen Christopher Street Day übernommen hat, der unter dem Motto „Familie heute“ steht. Auch in schwulen und lesbischen Partnerschaften wird Familie verantwortlich und beständig gelebt.

Die OFFENE KIRCHE erinnert daran, dass Brunhilde Raiser, die Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, in ihrem Vortrag bei der Schwerpunkttagung der Synode zum Thema „Familie“ dazu aufgefordert hatte, Christinnen und Christen sollten Familie dort sehen, wo verantwortlich und beständig durch eine oder mehrere Bezugspersonen für Kinder gesorgt werde. Dazu zählten Ein-Eltern-Familien, Patch-Work-Familien, Adoptiv- und Stieffamilien wie auch die Familien gleichgeschlechtlicher Eltern. Familien sind demzufolge mehr als ein Ehepaar mit Kindern. Davon war allerdings in den von der konservativen Synodenmehrheit beschlossenen Thesen nichts zu finden.

Die Offene Kirche kritisiert, dass rückwärtsgewandte Kräfte in der CDU und evangelikale Kreise in der Synode sich verbissen an einem gestrig-romantisierenden Familienbild festklammern. Wer ein Herz für Kinder hat, sollte auch zu schwulen und lesbischen Familien ja sagen können.
 

Heft 3/2005 (PDF-Datei)

Aids verändert Theologie positHIV
Katastrophenhilfe: Damit Tsunami-Opfer wieder Hoffnung haben ...
Interreligiöser Dialog: Konferenz für geschlechtergerechte Theologie gegründet
Impressionen von der Bischofseinsetzung
Bericht von der Sommersynode der Evang. Landeskirche in Württemberg
 

Pressemitteilung vom 15. 3. 2005

Bischofswahl

Die Offene Kirche, Evangelische Vereinigung in Württemberg (OK), dankt Frau Dekanin Dr. Kling - de Lazzer für ihre Bereitschaft und den Mut zur Kandidatur als erste Bischöfin der Evangelischen Kirche in Württemberg. Die OK begrüßt die überzeugenden Vorstellungen, die Frau Kling - de Lazzer für eine Kirche der Zukunft entwickelt hat. Die OK wird auch weiterhin engagiert dafür arbeiten, Frauen den Weg in kirchliche Leitungsämter zu ebnen. Die OK fordert die anderen Kräfte in der Synode auf, das ihre auf diesem Weg beizutragen.

Als Erfolg wertet es die Offene Kirche, dass es gelungen ist, eine Frau für das höchste Leitungsamt der evangelischen Kirche zu nominieren. Darüber hinaus hat Frau Dr. Kling-de-Lazzer dazu beigetragen, das Argument, es gäbe keine geeigneten Frauen für dieses Amt, endgültig zu entkräften.

Festzuhalten ist, dass die konservative Mehrheit der Synode noch weit vom Selbstbewusstsein der Synoden entfernt ist, die Frauen wie Maria Jepsen, Bärbel Wartenberg-Potter oder Margot Kässmann zu Bischöfinnen gewählt haben. Auch unserer Kirche hätte es wohl angestanden, mit einer anerkannten Frau über ihre engen Grenzen hinaus Profil zu zeigen und damit im Konzert der EKD einmal wieder eine prägende Rolle zu spielen. Vor allem die Gruppe „Evangelium und Kirche“ muss sich vorhalten lassen, zur Frauenpolitik nur wohlfeile Fensterreden zu halten.

Eine Bischöfin wäre überdies ein ermutigendes Zeichen für eine gleichgestellte Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche gewesen, insbesondere aber für die vielen Christinnen in unserer Kirche, die das Gemeindeleben garantieren und auf deren Einsatz sich Pfarrerinnen und Pfarrer zusammen mit der Kirchenleitung selbstverständlich verlassen. Es wird ein wichtiges Anliegen der OK bleiben zu ändern, dass die vielen die Kirche tragenden Frauen einem ungeschriebenen Kirchengesetz zufolge überwiegend von Männern in Leitungsämtern regiert werden.

Dem neuen Bischof Frank July gratuliert die Offene Kirche und wünscht ihm eine glückliche Hand und Gottes Segen für seine Amtsführung. Sie warnt davor, erste Äußerungen Julys nach seiner Wahl etwa zu Gemeindestrukturen, Akademien oder Landeskirche Baden-Württemberg als Festlegungen zu werten. Solche Fragen bedürfen einer gründlichen und breiten Diskussion, bevor sie entscheidungsreif sind.

Albrecht Bregenzer, Pressestelle Offene Kirche; Tel.: 07022-43908
 

Heft 2/2005 (PDF-Datei)

Familie: Artikel von Dr. Ursula Pfeiffer und Dr. Stephanie Saleth
Genozid: die Geschichte der Armenier und der Assyrer/Aramäer
Geschichte: Blumhardt d.Ä., Gespräch zur Esslinger Erklärung
Privatisierung des Wassers
Sonderpfarramt: Kirche in der Polizei
 

Heft 1/2005 (PDF-Datei)

Dritte AMOS-Preis-Verleihung
Frauenarbeit: Brunhilde Raiser ist Vorstandsvors. des Dt. Frauenrats; Taufe-Buch
Sonderpfarrämter: Impuls von Helmut Dopffel, Dieter Heidtmann in Brüssel
Gerechtigkeit: Grundlinien des biblischen Verständnisses
Theologische Meilensteine: Ernst Käsemann